Leseprobe 5 – Die Strategie der Achtsamkeit: Selbstführung

von 25.03.20190 Kommentare

Im folgenden Kapitel erkennt Sam, wie sein Ausweg aus der Abwärtsspirale der Stressreaktion aussehen kann und womit er seine beiden inneren Systeme wieder in einen Teamprozess bringt. Erleichtert stellt er fest, dass dies eigentlich ganz einfach ist.  

Ein Experiment zum Einstieg 

Zum Einstieg in dieses Kapitel wollen wir Sie zu einem kleinen Experiment einladen: Machen Sie doch einen Augenblick die hier beschriebene Micro-Praxis:

Nehmen Sie beide Hände auf Brusthöhe und reiben Sie Ihre Handflächen schnell und kräftig aneinander, bis Wärme entsteht. Halten Sie die Handflächen weiter aneinander und nehmen Sie die Wärme wahr. Beginnen Sie nun ganz langsam die Handflächen auseinander zu bewegen und nehmen Sie wahr, wie lange Sie die Wärme zwischen den beiden Handflächen noch spüren.

Fertig? Klasse! Halten Sie einen Moment inne und notieren Sie sich, was Sie erlebt haben.

Nun wiederholen Sie bitte die gleiche Übung mit Ihrer ganzen Konzentration, aber denken Sie dabei an Ihre To-Do-Liste und versuchen Sie, die Top drei Aufgaben darauf in eine Reihung zu bringen.

Was haben sie erlebt? Sehr wahrscheinlich, dass nicht beides gleichzeitig geht. Sie können mit Ihrer Aufmerksamkeit bestenfalls hin- und herwechseln: Für einen Moment zu Ihren Händen, dann für einen Moment zur To-Do-Liste und so weiter.

Nehmen Sie sich diese kleine Erfahrung gern für das weitere Kapitel mit.

Ihr Körpergefühl steht Ihnen immer als Sicherheitsanker zur Verfügung, wenn Ihr kognitives System Sie mit seinen Gedankenschleifen mehr in die Zukunft oder in die Vergangenheit entführen will, als Ihnen vielleicht lieb ist.

Achtsamkeit: Der Weg des Mutes

Dass unsere Amygdala in Stresssituationen ihr Eskalationsprogramm abfeuert und wir Angst haben, ist Teil unseres Setups. Mut bedeutet natürlich nicht, sich der Angst schlotternd zu ergeben und nur darauf zu warten, bis uns der Tiger endlich verschlungen hat. Mut besteht aber auch nicht darin, diese Angst zu unterdrücken und so zu tun, als wäre sie nicht da. Denn wenn wir die Angst wegdrängen, sitzt sie uns nur im Nacken und steuert uns von hinten.

Für Sam ist das eine, vielleicht die wesentliche Erkenntnis: Wahrer Mut besteht darin, der Angst ins Auge zu sehen. In dem Augenblick, wo wir das wagen, entsteht ein völlig neues Spiel. 

 

Gespannt, wie es weitergeht?

 

 

 
 
 

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